Berichte:

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Bericht von der 36. Gesangstherapietagung
24. – 28.10.2018 am Dottenfelderhof, Bad Vilbel

Nachdem im vorigen Jahr das gesamte System der endokrinologischen Drüsen in seiner Entstehung und Wirkensweise betrachtet wurde, hieß unser Tagungsthema diesmal:Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse und Nebennieren in ihrer Bedeutung für die Aufbauprozesse in der gesangstherapeutischen Praxis.

Zum dritten Mal durften wir Gast sein am Dottenfelder Hof. Auch diesmal haben sich wieder Menschen aus den verschiedensten Ländern auf den Weg gemacht, wenn wir mit 35 Teilnehmenden auch nicht ganz so zahlreich waren wie letztes Mal.

Am Mittwochabend haben wir uns mit Hilfe von Dr. Erich Skala eingestimmt auf unseren geistigen Hintergrund durch eine meditative Zuwendung zur Wesenheit des Erzengels Raphael. Sehr berührend war das Totengedenken durch Thomas Adam für den im Frühjahr verstorbenen Niederländer Arnold Dorhout-Mees. Er nannte sich Klang-Atem-Therapeut. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Sankt Petersburg in Russland. Ein Nachruf wird auch auf der Homepage der Schule der Stimmenthüllung zu finden sein. ( → www. schule-der-stimmenthuellung.de)

Das morgendliche Einsingen und die therapeutischen Übungen mit Helga Vahle und Pernille Ritsch gingen auf gut mit zu vollziehende Weise Hand in Hand mit der medizinisch-menschenkundlichen Arbeit von Dr. Erich Skala. Dass diese anspruchsvolle Art der Zusammenarbeit sehr inspirierend und wünschenswert ist für unsere weitere Arbeit auf den Tagungen, wurde im Laufe der Tage immer wieder zum Ausdruck gebracht.

Sehr anschaulich wurde dadurch die Darstellung der Wesensgliederbezüge der besprochenen Drüsen, woraus sich die Übungen ableiteten. Dies ermöglicht uns in unserer täglichen Praxis eine zunehmend genauere Diagnose und Therapie. Die notwendige Individualisierung für den hilfesuchenden Menschen kann immer sicherer geschehen. -Das Geschehen der Ab- und Aufbauprozesse im gesunden und kranken menschlichen Organismus in jedem der drei Organe in Verbindung zum Atem als Heiler und den „Raphael-Wirkungen, die im Frühling kosmisch sind, (und) eindringen zur Herbsteszeit in das ganze Geheimnis des menschlichen Atmens“ ( R. Steiner, GA 229 ) wurde im Mitvollzug der Darstellungen immer plastischer. Wie gut ist der Tagungszeitpunkt im Herbst gewählt in der Michaelizeit!

Deutlich wurde vor allem bei der übenden Annäherung an die Schilddrüse, dass jegliches Schema im Übungsverlauf hinderlich ist im künstlerischen Umgang mit den Übungen. In den nachmittäglichen Arbeitsgruppen wurde das Tagungsthema übend und im Gespräch bewegt Auch wurden die „Drüsenmelodien“ von Frau Werbeck, die Thomas Adam im Nachlass von Jürgen Schriefer gefunden und letztes Jahr mit seinen weiteren Forschungen vorgestellt hatte, wieder aufgenommen.

Baldo Miculic berichtete von seiner Arbeit in China, Olga Kranich von ihrer Forschungsarbeit mit den sogenannten Schlesinger-Skalen. Olga ließ uns hörend teilnehmen an der Wirkung dieser Skalen und machte deutlich, dass hier noch ein großer therapeutischer Schatz verborgen liegt. Rudolf Steiner wies darauf hin, wie wichtig diese Arbeit ist.

Belebend war das Chorsingen mit Hans Niessen. Einige Mitarbeiter und junge Menschen vom „Dotti“ kamen dazu und brachten sich engagiert ein. Wir sangen u.a. zu Ehren des 50-jährigen Jubiläum des Dottenfelder Hofes das Lied „Fertilidad“ aus dem Oratorium „Canto general“ von Mikis Theodorakis. Der Betriebsgemeinschaft ist es in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen gelungen, das gesamte Gelände in eine Stiftung zu überführen und somit vor der zunehmenden Bodenspekulation zu schützen. Die Vertragsunterschrift fand an diesem Wochenende statt.

Im Abschlussplenum sprach Thomas Adam eindringlich von der Schule der Stimmenthüllung als einer Menschenkunde des Singens, die gepflegt und geschützt werden muss und weiterer Professionalisierung bedarf, sodass dieser Schatz verantwortungsvoll weitergepflegt und entwickelt werden kann. Das richtige Singen kann zur Gleichgewichtskunst werden, die durch die Sonnenkraft des „Ich“ der Hypertrophie des Egos gesundend entgegenwirken kann. Jede Tagung aufs Neue kann ich erleben, wie hilfreich und tragend die Gemeinschaftsbildung während dieser Zeit für das ganze Jahr wird. Besonders wirksam ist das gemeinsame singende Üben und Erarbeiten der Menschenkunde. Das Teilhaben an den Erfahrungen der Kollegen und Freunde und das Besinnen auf das Lebenswerk verstorbener Freunde lässt mich unseren Kreis immer mehr als Schicksalsgemeinschaft erleben.

Die nächste Tagung wird vom 23. bis 27.Oktober 2019 auf dem Dottenfelder Hof stattfinden.

Anne Frey

 

 

(Dieser Bericht ist auch im Archif abrufbar)